Schimmelbildung vermeiden

Richtiges Lüften ist ausschlaggebend

Oftmals trauen sich Mieter (wie auch Vermieter) nicht ehrlich über auftretende Schimmelbildung in Bädern, Schlafzimmern oder auch in Kinderzimmern zu sprechen. Die Ursachen sind zwar meistens die gleichen, der Dialog ist aber oftmals erschwert, wenn „Richtiges Lüften“ mit Sauberkeit oder Reinlichkeit gleichgesetzt wird.

Schimmelbildung entsteht grundsätzlich dann, wenn mehrere Faktoren zusammen treffen: 

  • Hohe Luftfeuchtigkeit im Raum
  • Ein guter Nährboden für Schimmel
  • Keine ausreichende Belüftung
  • Möbel stehen ungünstig

Luftfeuchtigkeit
Jeder Mensch verdunstet pro Tag ein bis zwei Liter Wasser. In einem Schlafzimmer mit 2 Personen sind dies im Monat ca. 60-120 Liter Wasser! Diese Verdunstung schlägt sich als Feuchtigkeit an der kältesten Stelle des Raumes nieder, d.h. an der Außenwand. Stoßen zwei Außenwände zusammen wie in einer Zimmerecke, ist dies die Stelle mit der größten Feuchtigkeitsansammlung. Verstärkt wird dies noch durch das morgendliche Duschen, Kochen von Kaffee usw.

Guter Nährboden
Ältere Personen erinnern sich an die Zeit der einfachverglasten Fenster (nur eine Glasscheibe): Diese waren im Winter grundsätzlich „beschlagen“; der Wasserdampf kondensierte an der Scheibe und die Fensterbank wurde nass. Nun, die Hausfrau putzte einfach das Wasser weg oder legte auch manchmal gleich ein Handtuch auf die Fensterbank. Zur Schimmelbildung kam es nie, da der „Nährboden“ fehlte.

In der überwiegenden Zahl aller Wohnungen sind Tapeten, meist Rauhfasertapeten, an den Wänden. Diese bestehen aus Papier mit Sägespänen, chemisch betrachtet fast nur aus Zucker. Die Dispersionsfarbe trägt den Rest bei. Dies kann als der ideale Nährboden zum Züchten von Schimmel betrachtet werden. Materialien wie Kacheln oder Glasscheiben hingegen können nicht schimmeln.

 

Belüftung
Erst durch den Einbau von Schall- und wärmeisolierenden Fenstern sind uns diese Probleme bekannt, da die Fenster erstmals dicht sind und keine Luftzirkulation ermöglichen. Ein geschlossenes Fenster ist „luftdicht“ und zudem besser isoliert als die Außenwand von Objekten vor 1965.

Im Gegensatz zu den alten Holzfenstern lassen sich moderne Fenster nicht nur ganz öffnen, sonder auch kippen. Dadurch kommt zwar auch frische Luft herein, vor allem aber entweicht im Winter die Warmluft und es wird spürbar kälter im Raum.

Die ersten Probleme mit Schimmelbildung hatten wir vor zirka 20 Jahren, jeweils etwa 6 Monate nach Einbau von neuen Fenstern. Ein Fachmann wurde zur Klärung geholt, der uns schon damals auf den Kippmechanismus von den Fensterflügeln aufmerksam machte. Herr Keskari hat uns darauf hingewiesen, dass mit dem Kippen des Fensters kein ausreichender Luftaustausch erfolgen kann.

Für ein wirksames Lüften, bei dem es zu einem richtigen Luftaustausch kommt (d.h. die alte feuchte und „verbrauchte“ Luft wird gegen die Außenluft ausgetauscht) ist also das Öffnen der Fensterflügel notwendig. Im Idealfall wird durch „Querlüftung“ mit einem anderen Fenster (durch Durchzug) eine schnelle und wirksame Lüftung bewirkt.

Lüften Sie also mehrmals am Tag richtig:
Öffnen Sie die Fenster ganz, am besten ein zweites Fenster auf der anderen Raumseite oder (bei offener Zimmertür) in einem anderen Raum.

Kurzes Lüften genügt – mit 5-10 Minuten „Stoßlüftung“ sorgen Sie für einen ausreichenden Luftaustausch. (Im Winter müssen Sie für diese kurze Lüftung die Heizung nicht abstellen und so wird es nach dem Lüften auch schnell wieder angenehm warm im Raum.)  

Möbel stehen falsch?
Was nutzt aber richtiges Lüften, wenn die Luft nicht die „kalten“ (und feuchten) Stellen der Außenwand erreicht? Alte Möbel und Antiquitäten hatten grundsätzlich „Füße“ diese standen nie auf dem Bodenbelag direkt. Schränke waren auch nie deckenhoch und hatten einen Spalt breit Abstand zur Wand. Die Luft konnte somit um die Möbel „umlüften“ und herumstreichen. So wurde die Feuchtigkeit abtransportiert.

Wie bekomme ich selbst in einem Altbau die Außenwand schimmlig? Glauben Sie uns, dies ist nicht einfach. Die Raumdecken sind höher, die Zimmer haben oftmals mehr Fläche, Das Raumvolumen ist oftmals fast doppelt so hoch. Die Dielenböden haben Fugen und nehmen zusätzlich Feuchtigkeit auf. Wir haben Häuser, in denen es seit dem Baujahr 1920 nie geschimmelt hat, selbst die „neuen“ Kunststoff-Fenster sind seit 15 Jahren eingebaut und führten nicht zur Verschlechterung des Raumklimas.

Eine Schrankwand, direkt an der Zimmerwand aufgestellt, verhindert leider oft den notwendigen Luftaustausch. So kann es zur Schimmelbildung kommen, im schlimmeren Fall verzieht sich sogar die Rückwand des Schranks.

 

 Schimmelbildung vermeiden

  • Das Badezimmer morgens nicht über die anderen Räume lüften.
    Viele Nutzer möchten die größere Wärme des Bades nicht ungenutzt verschwenden sondern lieber den angrenzenden Zimmern abgeben. Das ist  falsch, da die Badezimmerluft natürlich besonders feucht ist. Badezimmertüre also geschlossen halten und mit dem Badfenster lüften
  • Öffnen Sie die Fenster ganz, am besten auch ein zweites Fenster auf der anderen Raumseite (Querlüftung)
  • Kurzes Lüften genügt – mit 5-10 Minuten „Stoßlüftung“ sorgen Sie für einen ausreichenden Luftaustausch
  • Lassen Sie zum Lüften die Heizung an, die Raumtemperatur sollte 20° C betragen
  • Räume die zum Wäschetrocknen genutzt werden, natürlich öfter und länger lüften
  • Verzichten Sie auf „gekippte“ Fenster über den Tag, es bringt nichts außer Energieverlust im Winter.
  • Lüften Sie 10 Minuten wenn Sie nach Hause kommen, denn frische Luft mit geringerer Luftfeuchtigkeit erwärmt sich schneller und Sie verbrauchen weniger Heizungsenergie (Ein Tipp von TECHEM)
  • Große Schränke nur mit kleinem Abstand zur Wand aufstellen, auch seitlich sollte ausreichend Platz vorhanden sein.
  • Vermeiden Sie Latexfarben bzw. “Elefantenhaut” zum Streichen der Wände ebenso wie die Verwendung von alukaschierten Tapeten, damit die Zimmerwände immer atmungsaktiv bleiben.
    Verwenden Sie ganz normale Dispersionsfarbe, diese ist luftdurchlässig.
  • Feuchtigkeitsmessgeräte bekommen Sie ab 10,00 € (im Baumarkt). Diese zeigen Ihnen die Feuchtigkeit des Raumes an, die maximal 60% betragen sollte.
  • Die Küchentüre beim Kochen geschlossen halten und den Wasserdampf mit Abzugshaube oder Fenster nach draußen entweichen lassen.

Schimmel an der Wand, was nun? 

  • Mit einem Lappen abwischen, abwaschen und Schimmel-EX ein „Abtötungsmittel“ (Drogerie oder Baumarkt) auftragen
  • Prüfen Sie, ob die Möbel richtig stehen, ob die Raumtemperatur auch wirklich 20° C erreícht
  • Lüften, lüften und lüften! Nur Sie können Sie Situation verändern